Compte rendu du BOUT DU MONDE

Schöner Bericht! Die Klippen gefallen mir gut, ich kannte bisher nur die britische Hälfte des zerrissenen Erdteils.

eine kliene bemerkung:
man sagt nicht das vendée,es ist die vendée.
:wink:

Danke!!! Ich liebe Reiseberichte und die Bilder dazu. :smiley:

Aber sag mal, fährst du und machst gleichzeitig Fotos??? :astonished:

:astonished: :astonished: Ähm… DAS musst du mir aber jetzt mal genauer erklären![size=59] (Sag nur nichts falsches gg)[/size]

Ich glaube, dass bei vielen Franzosen die Hemmschwelle auch sehr hoch ist, viele sprechen eine (oder mehrere) Fremdsprachen und trauen sich einfach nicht.
In dem Resto in dem wir bevorzugt essen spricht der Chef auch etwas deutsch und englisch, er meinte dazu ganz simpel, er wäre doch Europäer. Das fand ich richtig klasse!

danke für den tollen bericht und die klasse fotos!

schön, so schön.

du hast einen teil unserer 2009er und 2008er tour gefahren.

so, und nachdem du und vor einem jahr ich dem edwin sein bier in « die » vendée gebracht haben, jetzt wieder schöne bilder im forum zu sehen sind, kommt die frage auf:
wer ist der/die nächste?

nur noch einen satz zu crozon. mir gefiel nicht, das fast die halbe insel wegen dem stationierten militär gesperrt war.

und…
haste noch nen paar bilder?

Ja das geht noch weiter. Ich muss jetzt nur eine schöpferische Pause einlegen. Insgesamt war ich ja 14 Tage unterwegs… da steht euch also noch einiges bevor :laughing:

Alan Stivell hat ein sehr schönes Lied darüber geschrieben:„Ne bado ket ato= sowas wird nicht ewig dauern“.

„Soldaten stolzierten damals in ganz Afrika herum, aber jetzt sind sie in unsrem Land; Crozon und Landivisau.Aber ich sag’ Euch, Leute, so wird es nicht ewig dauern.“

Hier das Lied von Stivell gesungen:

Die Worte in bretonischer Sprache und eine Übersetzung ins Französische!
http://www.greatsong.net/PAROLES-ALAN-STIVELL,NE-BADO-KET-ATAO,100575253.html

:wink:

ohne den bericht unterbrechen zu wollen, aber sowas darf man nicht besichtigen:

weil es noch vor 100 jahren militärisch nutzbar war. wir waren trotzdem da und drin. :smiling_imp:

Zunächst ein mal eine Karte zur besseren Orientierung
Man beachte die rosa Pünktchen :wink:

Tag 7 – Ile d’Ouessant
Rückblick: Tag 6 endete wie vielleicht noch bekannt in einer Katastrophe. Ich denke der geschätzte Leser erinnert sich mitleidsvoll an die Hafenkaschemme von Le Conquet und jene Creme Brulée die des Nächtens dem Magen missfiel.

Gute Nachricht: Der nächste Morgen er kam, wenn auch mit weniger Schlaf als erwünscht im "Au bout du Monde – dem Hotel meiner Wahl passend zur Region

Und trotz alledem oder gar erst recht, der Tag, er war wie geschaffen dafür, Geschichte zu schreiben. Rein äußerlich – sowieso – so schön strahlte die Sonne – und auch von der « programmation » her ein « jour de gala »: Unten am Kai fuhr auch schon das Schiff vor – dessen Namen mir nun wieder unbekannt ist – um mich oben an Deck auf die Insel Ouessant – ja man kann sagen »hinüber zu tragen«. Denn es war gnädig, das Meer – speziell nach dem Abend zuvor, auch wenn die Bugwelle peitschte und kleine Regenbogen oberhalb der Gischt schimmerten.

Die Insel, der westlichste Punkt des französchen Abendlandes ist so wunderbar klein, dass man sie mit dem Fahrrad an nur einem Tag lässig umrunden und durchtreten kann. Am Kai warteten auch schon die drei ortsansässigen Velovermieterinnen einträchtig ein Strand: Eine neben der anderen – von links nach rechts: die Brünette – daneben die Dunkle und rechts die Blonde.

Man kann sich vorstellen, wie leicht mir letztlich die Entscheidung fiel und so entschied ich mich - ohne groß zu sinnieren - für das Mietgeschäft in der Mitte: ein VTT für 14 Euro am Tag, ein Schnäppchen (wie jene der Mitbewerberinnen natürlich auch – eine Form von Inselsozialismus).

Und nun also strampelte ich 5 Stunden am Stück in praller Sonne kreuz und quer durch und vor allem um die Insel; kurz und knapp – war es wunderbar und ich hinterher vollkommen erschöpft. Doch das bayerische Bier das auch am Ende Welt ausgeschenkt wird, ich hab es trotzdem nur photografisch festgehalten. Und zwar mir wiederum einmal gewahr wurde, welche Bedeutung die Errungenschaften meiner Heimat selbst in den abgelegensten Gegenden auf dieser Welt haben.

Ein Schiff es wird kommen…

die 3 Velovermieterinnen von Ouessant






Buntes Haus


Heimat

Restokorsaren ?

Zurück auf dem Festland machte ich mir anschließend wirklich ernsthafte Sorgen um Le Conquet. Wird es der allererste Ort Frankreichs werden, wo ich nichts halbwegs anständiges zu Essen bekomme.

Lebt es wirklich nur von den Parkgebühren für die Tagestouristen Richtung Ouessant?
Fahren Korsaren stets aufs Meer hinaus wenn sie Hunger haben und bedienen sich an den Schiffskombüsen anderer?
Und auch die kurze Häuserzeile mit den gar schrecklich anmutenden Pizzerien, Creperien etc samt der Taverne du Port: Sind sie einzig und allein Teil eines räuberischen Plans ?

Die Zeit schien mir gekommen mein Französisch gewinnbringend einzusetzen. 10 Jahre habe ich erfolgreich auf Reiseführer gebaut. Deren Zeit war dank mäßiger Aktualisierung nun abgelaufen. Und dies wurde bestätigt vom Mann der Rezeption vom « Ende der Welt »: « Taverne du Port ? so das hieß einmal gut » jetzt heißt es « Relais du Vieux Port » und erweist sich als wahrhaft das Sammelbecken der Hungrigen von ganz Le Conquet.

Bereits der sehr dynamische Auftritt des Chefs läßt vermuten, dass der Laden, nicht nur dank der erbärmlichen Konkurrenz sehr beliebt und gut besucht ist, sondern auch auf Zack . Mutig wage ich mich sogleich an eine Soupe de Poisson heran und werde nicht enttäuscht. Danach Jakobsmuscheln gebraten und zum Dessert endlich mal Crepe.

Die Dame am Nebentisch hingegen bearbeitet derweil mit dem Nußknacker mühsam eine riesige Crabe. Ich lächle sie an, während sie den Gentlemen an ihrer Seite um Hilfe ersucht. Keine Angst hielt mich davon ab, der nächste Tag war Tag der Weiterreise. Ich konnte mir also auch mal eine kleine Boshaftigkeit erlauben.

Le Conquet am Tag der Abreise

Tag 8 – Kein Wenn – aber doch viele Aber !

Je nördlicher man ins Ende der Welt aufbricht, desto mehr stößt man ins Land der Aber, etwa dem des « Aber Benoit » oder des « Aber Wrac’h » an der Cote des Abers. Jene Aber sind breite tiefe Mündungen, gleich Fjorden, die bis tief ins Hinterland reichen und die, was ihre « Füllmenge » betrifft stark von den Gezeiten geprägt sind. Wodurch sie hohen Beliebtheitsgrad bei Austernzüchtern und -liebhabern erreichen.

Man könnte hier aber auch von der Cotes der Schiffbrüchigen sprechen, weil unzähliche Schiffe an den Untiefen und vorgelagerten Felseninsel(che)n seit jeher zu Bruch gingen. In Portsall, liegt immer noch der Anker der Amoco Cadiz, die hier 1978 mit samt ihren 250.000 Tonnen sank und eine der bisher größten Ölkatastrophen hinterließ.

Das Land des Abers hat vielleicht wenig zu bieten an historischen Aus- und Ansichten aber reichlich an Bademöglichkeit, wilder Schönheit und Lukullitäten. Am Abend im ausgewählten Lokal in Landéda bei Huitres plates und einem Fischeintopf : der Blick 1. Reihe auf die Bühne eines glitzernden Meeres samt seiner vorgelagerten Inseln zum Untergang der Sonne.

Auf dem Camping des Abers – ein Vorschlag des ADAC-Campingführers – terassenförmig angerichtet mit wunderschönem Ausblick auf Meer und vorgelagerte Inseln und direktem Zugang zum Sandstrand – stößt man auf ein Caravan- und WOMO Biotop. Um mich herum und mein kleines 1-Mann-Zweitzelt wohlsituiertes englisches-Vorort-Caravaning. In der Nacht aber von Samstag auf Sonntag – französische Saufgelage- und unchiffrierte Orgien auf dem nahen Sandstrand kommentiert am nächten Morgen von der Frau des Engländers: « Oh have you heart that terrible noise » Schrullig sind sie, und dieses Mal auch sympatisch:

Der Mann, um die « 60 » deutet auf seinen Rücken als ich ihn anspreche wegen des genialen Antriebs seines Caravans, der wie von Geisterhand gesteuert über das Camping zuggelt und schließlich geschmeidig – Joystick sei dank – vor der Anhängerkupplung der Zugmaschine einparkt. So liebe ich sie die Insulaner – ihre abgeschiedene Insellage hat einen wirklich respektablen urwüchsigen Stil hervorgebracht. Und ich winke den beiden mit ehrlicher Sympathe bei ihrer Abfahrt im standesgemäßen BMW-touring zu: Bonnes routes…





Tag 9/1 – Cote des Legendes und ein Abstecher ins Landesinnere

Kurz drauf auch ich wieder auf Achse, zunächst entlang einer Küste namens Cotes des Legendes – der Name ist so lese ich reinstes Marketing und wurde der Küste erst nachträglich verpasst, um sie besser verkaufen zu können.

Schließlich fahre ich durchs grüne Hinterland bis fast hinauf zum Brignonan-Plage, wäre nicht gerade der Marathon dort im Gange. Franzosen sind sehr gesundheitsbewusst in jeder Lebenslage, doch dazu eventuell noch später mehr.

So entgeht mir jedenfalls mein 2. Menhir (den ersten hab ich euch unterschlagen), den ein steinernes Kreuz zieren soll. Auch Brignonan Plage – ein Traumstrand für Badeurlauber – bleibt mir verborgen. Ich mach mich also ab Plouescat – einer jener Ortsnamen die man ständig mit den andern « Plou-Orten » verwechselt (und die gibt es reichlich) – auf zu den umfriedeten Pfarrbezirken um Landivisiau.


Ganz weit weig auf dem skurrilen Photo der Leuchtturm Phare de Vierge der höchste in ganz Europa

Exkurs: Ein ganz und gar gläubiges Völkchen

Wer partout an einer Serie von typischen Bildern in seiner Urlaubsregion arbeiten will, der wird in der Bretagne mit seinen endlosen Wegkreuzen fündig.

Gibt es ein Land das sich gläubiger offenbart? Zuhause in Bayern nennen wir es „Marterl“, es sind kleine Jesus- und Mariendarstellungen oft überdacht hin und wieder am Wegesrand, die erstellt wurden um den Gnädigen gnädig zu stimmen. In der Bretagne aber sind es unzählige teilweise meterhohe große Stein/Granitkreuze mit oft kleinen Jesusfiguren die dafür zeugen wie sehr verwurzelt das Land im katholischen Glauben war und/oder (?) ist.

Die Kirchen markant mit ihren verspielten Glockentürmen ähneln sich alle – auch aufgrund des verwendeten Baumaterials, dem Granit. Eine ganz spezielle Form „klerikaler Architektur“ sind die umfriedenden Pfarrbezirke. Der Weg führte mich nach Lampaul-Guimiliau, Guimiliau und St-Thégonnec, allerdings verließ mich zeitweilig immer mehr das Geschick an der Kamera und deswegen ein Link der mehr zeigt und erklärt als ich dazu in der Lage bin

Ach wie schön! Aber meine Fragen hast du noch gar nicht beantwortet. :stuck_out_tongue:

Und wann geht der wundervolle Bericht weiter? Viel Zeit ist nicht mehr bis ich fahre… :wink:

Ich muss gestehen ich fotografiere beim Autofahren. Aber das Auto hat Automatik. Mangels Technik und besseres Wissen in Sachen Fotografie habe ich mich zur Momentaufnahme entschlossen, also ich schieße mit Vorliebe aus der Hüfte und dem Handgelenk, aus dem fahrenden Auto oder vom radelnden Rad. Ich enthalte euch deshalb auch vor allen all meine knackicken Selbstporträts vor, die sich mit meiner handlichen Russenkamera prächtig schießen lassen.

Hoffentlich schaff ichs noch bis zum WE. Damit du nicht in Urlaub fahren mußt mit dem quälenden Gefühl etwas verpasst zu haben…:laughing: :laughing: :laughing:

auch wenn die Hitze hier inzw. unerträglich ist ! :confused:


Auf dem Weg nach Roscoff kommt man vielleicht in
Morlaix vorbei wo - etwas bizarr - oberhalb des
Stadtkerns eine Riesen-Eisenbahnbrücke thront…

Tag 9/2 Roscoff , WM und andere Skandale

Der 9 Tag führte mich schließlich nach Roscoff. In Südafrika war gerade der « choc » England-Deutschland im Gange – RMC-Info wie immer stets live dabei. Doch kaum im Cristomobil oder besser an der gesamten Côte de Leon; denn alles dort wird überstrahlt vom Inselkulturprogramm des BBC 4. Tja dachte ich mir, genau deswegen bin ich ja auch weg gefahren, um die Dosis WM erträglich in Maßen zu halten und freute mich später riesig über die 4 Dinger die der BBC für seinen Fauxpas vom Bundesyogi und seinen Pfadfinderjungs eingeschenkt bekam.

Frankreich selber war da ja längst ausgeschieden bei der WM und diskutierte auf sämtlichen BBC-freien Kanälen, toujours das schändliche Verhalten seiner Südafrikatouristen. Der Präsident erklärte nicht nur die Zukunft seines Landes zur Chefsache, sondern auch jene SEINER Fußballnationalmannschaft - manchmal musste ich schmunzeln – und gleichzeitig erschütterte der Bettencourt-Skandal die Feste Frankreich, das sich auf die Fahne schreibt dank seines kleinen Präsidenten : « Tous ensemble toutes ensemble hop hop hop » zu sein ! Und jetzt das : Wieder ist jemand gleicher als all die anderen.

Amüsant wie sich ein zweitklassiger Künstler 1 Mrd bei einer alternden Kosmetikdiva erschleichen kann.
Amüsant wie sich Politik und Geld vereinen ohne je einen Traualter zu sehn. Und mittendrin ein Präsident, der langsam Angst haben muss um seine Wiederwahl. Deswegen also das beherzte Eintreten für die Errettung des nationalen Fußballs.

Ich sage das aus der Sicht desjenigen, der jeden Morgen mit Meerblick und mehr Blick sogar auf die Ile de Batz aus dem Bett steigt und beim endlich mal üppigen Büffetfrühstück genüßlich die Zeitung wälzt. Das Hotel verdient seine zwei Sterne. Und um mich herum eine weibliche Firmenreisegruppe mit Schwerpunkt : Gesundheits- und Teamtraining. Schließlich ziehen sie tagtäglich mit ihren Rucksäcken los auf Wanderung und scharen sich um ihren jugendlichen Aktivreiseleiter braun gebrannt mit lockigem schwarzen Haar.

Tag 10 – Ile de Batz

Ich fahr lieber Rad. Ein Ausflug zur Insel Batz. Gerade einmal 15 Minuten mit dem Schiff entfernt. Dank Ebbe stoße ich auch noch auf ein wunderbares Panorama der Stadt Roscoff im Rückspiegel.

Auch die Ile de Batz ist aufregend mit dem Fahrad zu erkunden. Jede Seite hat seinen eigenen Charme, mal rauh mal sanft, und in der Ferne fischen die Fischer Algen aus dem Wasser. Irgendwo in der Zeitung las ich später von Plagen, was Algen betrifft und auch Quallen.

Mitten im grünen Algenteppich auf dem Strand den ich mühsam entlang radle, plötzlich eine kleine ringförmige Sandebene, und darauf oh Fata Morgana räkelt sich einsam etwas Blondes im gleissenden Sonnenlicht. Ich aber bin längst rot, nämlich rot der vielen Sonnenstrahlen wegen, die auf mich niederprasseln seit Beginn meiner Reise. Insofern seh ich wohl peinlich berührter aus als ich mich eigentlich fühle – schieße meine Foto und ziehe von dannen… nicht was der denkt der notorisch schlecht denkt…







Hier hat sich jemand gespielt.
Der ganze Garten war voller Puppen in heimischen Trachten.
Der Hausbesitzer kam extra aus seinem Haus, als er merkte,
dass ich fotografierte und war auch nicht abgeneigt, die
40-jährige Arbeit seiner Frau hoch leben zu lassen

Tag 11 – Zweimal Roscoff und dann weiter

Roscoff als Stadt ist nett anzusehen, zumindest da wo sich Geschäft an Restaurant reiht wirkt alles sehr authentisch ansehnlich renoviert.
Die Pizzeria vor Ort heißt nicht « Chez Maria » sondern « Maria Stuart » – jene Königin Schottlands die hier einst höchst persönlich an Land ging, um einen Franzosen zu ehelichen – bevor sie von ihrer Konkurrentin Elisabeth aufgehängt wurde. Das daran nun eine Pizzeria erinnert mag der Geschäftstüchtigkeit der Roskoffer geschuldet sein: Der Laden jedenfalls ist gut besucht

Denn so nett und lieblich wie die Stadt auf den ersten Blick wirkt - auch dank des Zwiebelmythos seiner Johnnies , die einst mit ihren klapprigen Rädern nach England aufbrachen um dort Gemüse zu verkaufen – so sehr erscheint sie mir 2 Tage später, - wir schreiben Tag 11 meiner Reise – doch als Durchgangsstadt.

Ihre Aufgabe im touristischen Gesamtzusammenhang beherrscht sie: den Fähren aus England und Irland einen Hafen zu bieten – und davon lebt sie – was letztendlich mir ein kurzlebiges Gefühl vermittelt.

Aber gut: Ich liebe den Blick aufs Meer, ob Ebbe ob Flut und komme nach vielen Jahren endlich mal wieder in den Genuss einer Riesenkrabbe – der sich aber unterm Strich nicht unbedingt aufdrängt: in der Summe all der vielen Arbeit an Zangen und sonstigem Bergungsgerät für ein bisserl oft trockenes Fleisch





Pizzeria Maria Stuart

Tag 12 – Auf zum König der Seeräuber

Ich ziehe weiter : das Ziel Saint Malo, das nächste Korsarennest. Halt, ich vergaß zu erwähnen:

Auch Roscoff brüstet sich heute seiner einstigen Piraterie. Wovon nicht nur das Restaurant mit dem Namen Surcouf zeugt. Man sollte es allerdings meiden – nicht nur weil man 500 m weiter bei « Den 3 Krevetten » bei derselben Geschäftsleitung billiger davonkommt und noch dazu großzügig im Freien speisen kann, sondern auch weil es mir einzig wie ein gewaltiger Etikettenschwindel er scheint : Niemals so wage ich zu behaupten war der mytische Seeräuber Surcouf ein Zwiebelstädter vielmehr war seine Heimat die Stadt Saint Malo ?! Aber ich wäre der letzte der sich nicht überzeugen ließe

Exkurs über das Anfang und das Ende der Welt
Es geht also weiter und endlich verlasse ich das « Ende der Welt », dass der gemeine Franzose Finistère nennt – getreu seinen römischen Vorfahren, die es Finis Terrae (Ende der Welt) tauften
War es eigentlich nicht dort oben, wo ein berühmtes gallisches Dorf sich dem römischen Occupator erfolgreich erwehrte?
Der Bretone übrigens selbst erweist sich als wesentich optimistischer beim Blick auf seine Welt und nennt sein Land « Anfang », « Spitze » gar « Haupt der Welt » – Penn ar Bed.

Es geht voran.
Die Baie von Morlaix bewundere ich ebenso im Vorbeifahren wie die Küsten mit dem rosaroten Granit. Meine Russenkamera hat es einfach nicht drauf die Stimmung richtig in Szene zu setzen. Von den paar rosa Steinen, die ich durch das Seitenfenster sehe, geht schon ein gewisser Glanz aus… schwer zu beschreiben.

Am Pointe de l’Arcouest bei Paimpol – mit Blick auf die Inselgruppe Brehat – schließlich verlangen sie wieder einmal 5 Öre – « für den Kurzstopp zu viel » – sag ich mir, zumal um 13 Uhr beinahe alles schon vollgeparkt ist.

Ich zieh weiter eine kleine Kurve am berühmten Gouffre vorbei, dem Haus im Sandwich zwischen zwei Granitsteinen… die Zeit rinnt, es ist noch ein langer Weg bis nach Saint Malo an der Cote Emeraude, die letzte Etappe meiner Reise. In Dinan gibts es Kaffeepause – Muckefuck kaum geniesbar wie beinahe überall. Wann lernen sie es endlich die italienischen Cafemaschinen zu bedienen!


Côte Rose im Weitwinkel
DER Gouffre
Dinan

ich kann auf dem bild nicht erkennen, ob das verdammte auto davorsteht oder nicht… du kennst doch die geschichte, oder?

Das sieht ja urig aus!
Ist das Fenster-Foto aus dem Hotel gemacht? Tolle Lage, da schläft es sich sicher prima.

In Dinan war ich auch mal, aber ich erinnere mich nicht wirklich. Nur an Saint Malo, weil mein Hund so neugierig war wie ich und fast die Mauer runtersprang. :confused:
Ich sollte villeicht mal in Vaters Diasammlung wühlen um zu gucken, wo ich noch überall war. :wink:

Dahinter steckt wohl ein großer Autokonzern. :stuck_out_tongue:
Ja, das mit dem Auto hab ich auf der Website deiner Frau gelesen. Ich hab wirklich keine Lustzeit gehabt auszusteigen und es zu überprüfen und hab nur im vorbeifahren auf den Auslöser gedrückt