Une sacrée envie de foutre le bordel Xavier Niel

In diesem 2024 erschienen Buch stellt sich der französische Unternehmer und Milliardär Xavier Niel in Form eines Gesprächs mit dem mit ihm befreundeten Unternehmer und Politiker Jean.-Louis Missika selbst dar. Seinen Aufstieg zum Milliardär erklärt Xavier Niel, der aus einfachen sozialen Verhältnissen stammt, vor allem mit seinen persönlichen Qualitäten (Begeisterung für technische Innovationen, Neu-gier, Ehrgeiz und Wagemut,Lernen aus Fehlern, soziales Engagement),schließt aber auch nicht aus, dass er auch viel unverdientes Glück hatte. Niel betont, dass er Mitgründer des Internet-Billiganbieters Freenet ist und kostenlosen Unterricht in den von ihm gegründeten Computertechnikschulen anbietet. Der Zugang zu diesen Schulen orientiert sich nach Darstellung Niels nicht an Zeugnisnoten, sondern an Bewerbungsgesprächen, und der Verbleib auf diesen Schulen beruht auf einem System der Bewährung. Niels, der vor allem im Telekommunikationsbereich große Erfolge, aber auch Rückschläge hatte, stellt immer wieder heraus, dass für ihn das unternehmerische Risiko und die damit verbundene Kompetenz des Lernens aus Rückschlägen wesentlich ist. Für ihn sei seine Arbeit ein Vergnügen. Der Autor plädiert für eine stärkere kritische Einbeziehung der Künstlichen Intelligenz in den Schulen und in der Arbeitswelt. Dass er wegen seiner illegalen anfänglichen Hackeraktivitäten auch eine Haftstrafe verbüßen musste, sieht Niel eher positiv als Lernprozess. Dieses Buch ist vor allem in psychologischer Hinsicht sehr interessant. Der Autor will allerdings wohl auch andere Start-up-Gründer ermutigen und betont immer wieder die Notwendigkeit eines sozialen Aufstiegs sowie von mehr sozialer Gerechtigkeit. Dennoch bleibt anzumerken, dass Niel relativ wenig Selbstkritik übt und seine eigene Person in einem fragwürdigen Ausmaß verklärt.