NORMANDIE

Ein Hotel würde sicher mehr kosten. Immerhin hat man nachts seine Ruhe, denn 40 Einheimische sind weniger als in einer durchschnittlichen Dorfstraße…

Nur 40 Einheimische :open_mouth: Das muss ich unbedingt mal machen. :heart:

Aber Achtung, je nach Jahreszeit sind natürlich tausende von Touristen auf dem Klosterberg unterwegs.

Als wir jetzt dort waren hielt es sich aber sehr in Grenzen, jedenfalls bis mittags, da waren wir dann aber auch schon durch den Berg.

Mittlerweile ist der Mont ja auch wieder eine Insel und man park ein gutes Stück vorher für 12€ Tagesgebühr, wenn man länger als 2,5h Stunden für seinen Besuch braucht, darin in enthalten ist aber der Kostenlose Transfer mit einer Navette, eine hält gerade auf dem Steg auf dem Bild, zum Besucherzentrum kann ich leider nicht viel sagen, da man gerade ein « objet supect » entdeckt hatte und man das Besucherzentrum räumte…

Der Klostergarten zeigte sich frisch wie immer und wie ich Ihn in Erinnerung von meinem letzten Besuch vor ca. 30Jahren hatte:

Beeindruckend fand ich die Krypta der dicken Pfeiler:

Wobei der Mont insgesamt nicht so mystisch war wie ich es im Kopf hatte bzw. habe, aber das liegt wahrscheinlich an den gefühlt hunderten Souvenirsshops und Touristenausnehmverköstigungsbetrieben auf dem Weg zur Abtei.

Auf jeden Fall ist er einen Besuch Wert, ich persönlich würde raten früh vor Ort zu sein, bevor ab ca. mittags die Touristenströme fliessen.

Leider war unsere Woche mit Anreise am Montag und Rückreise am Samstag irgendwie recht kurz, aber sehr schön, im Gegensatz zum letzten Urlaub in der Bretagne, auch wenn jetzt das Wetter natürlich nicht so warm und schön sein konnte.

Das reizvolle an der Basse-Normandie besonders das Department Manche ist für mich, das es sich anfühlt wie Bretagne, aber dann doch irgendwie ganz anders ist, auf jeden Fall ist die Anreise rund 3h kürzer und somit der Weg bei direktfahrt nicht ganz so anstrengend. Der Weg führte uns ins schöne Barneville-Carteret und hier in den Ortsteil Carteret mit Yachthafen, Fischerhafen, Cap, Corniche und Leuchtturm.

Yachthafen:

Fischerhafen bei Nacht:

Cap:

Cabines unter der Corniche:

Leuchtturm:

Der Ort bot auch genug Restaurants an, von der einfachen Pizzabude über eine einfache, aber gute Creperie über ein Gault Millau empfohlenes Restaurant(in dem man durchaus verdursten kann, wenn man auf die Kellner wartet zum Nachschenken lassen) bis hin sogar einem einen Michelin-Stern haltenden Restaurant und alle im Prinzip aus dem Ortskern fussläufig erreichbar.

Crepe flambee:

Ansonsten können wir jedem Empfehlen der sich ins Department Manche begibt, die Route des Caps zu befahren, das ist natürlich nur was für Menschen die nicht die totale Angst vor der Atomkraft haben, denn auf der Tour kommt man sowohl durch Beaumont en Hague(in D bekannt Wiederaufbereitungsanlage LaHague) als auch an Flamanville mit mittlerweile 3 Druckwasserreaktoren(schnelle Brüter) vorbei.

Aber schön ist die Gegend trotz allem:
Cap de Landemer:

In Omonville-la-Rogue kein Cap, aber ein Ausflugsboot das auch an Land fahren kann, früher gab’s auch solche Fsicherboote, die habe ich aber nirgends mehr gesehen:


Cap de la Hague, le Phare:

und direkt daran grenzt das kleine Örtchen Goury an(dort kann man was zu Essen bekommen, aber kein FastFood, so sagt unser Reiseführer), für mich war aber der « Rettungsschuppen » der SNSM interessanter, wo gibt es sowas sonst mit 2 « Ausfahrten » eine Richtung Hafen, der bei Ebbe jedoch trocken liegt und eine Richtung Meer:


Um die Ecke unseres Urlaubsortes in Richtung Landesinneren gab es noch einen Laden, wo die eigenen Biscuits verkauft werden, aber auch jeden Menge artisanal Hergestellte andere Lebensmittel, das interessante an dem Laden ist die Optik von außen:

und die Optik innen:




Den Abschluss unserer Woche machte dann die Cité de la mer in Cherbourg:

hier kann man interessante Tauchboote entdecken(die stehen im Foyer und das kostet noch keinen Eintritt), im Eintrittspflichtigen Bereich(z.Zt. 18,-€ für 1 in Worten einen Erwachsenen) kann sich Frankreichs erstes Atom U-Boot La Redoutable anschauen, sehr interessant:

Dann kann mit Kindern, oder auch ohne eine interaktive Reise an den Meeresboden machen(auf französisch oder mit Auio-Guide auf englisch), leider war so wenig Andrang das wir zu Zweit die Reise machen mussten, da war das ganze dann nicht so interessant wie es in Gruppe gewesen wäre. Am Ende dieser Tour kann man sich noch ein Heldenphoto für 5,-€ kaufen.

Da die Titanic als letzten Hafen auf Ihrer Fahrt Cherbourg anlief gibt es noch eine Ausstellung zum Thema Auswanderung aus Europa, die konnte bei uns nicht so punkten, da wir im Auswandererhaus in Bremerhaven viel, viel tiefer mit diesem Thema versorgt worden sind, außerdem sollte man schauen das kein Kreuzfahrtschiff an dem Tag des Besuches nach Cherbourg kommt, dann wird dieser Teil der Ausstellung nämlich, wie damals als Terminal für Kreuzfahrt-Transatlantikschiffe genutzt. Schön sind jedoch die noch erhaltenen Einstiegsbrücken, Waggons du Ciel, die noch immer am Kai stehen, hierzu gibt es Tafeln mit allem Wissenswertem dazu.

https://cherbourg-titanic.com/2011/06/la-salle-des-bagages/

Die Ausstellung zur Titanic gibt einen kurzen Überblick zur Tragödie und zeigt die Kabinen der verschiedenen Klassen, wobei die Kabinen in St. Nazaire besser zu Erleben sind. Die Dauerausstellung wird zur Zeit noch umgebaut und soll im Frühjahr wiedereröffnet werden.

Im großen und ganzen finde ich die 18,-€ Euro Eintritt schon sehr happig, lese aber dann mal gerne ob die Dauerausstellung hieran evtl. etwas ändern kann.

Und schon war die Woche vorüber, zum Abschied hat man uns fürs Bild noch einen Renault 4 CV vor die Plätzchenfabrik gestellt:

Danke für die schönen Bilder jollyjolly. :wink:
Warst Du auch in Veules-les -Roses und in Beuvron-en-Auge , zwei wunderschöne Dörfer ?
Veules-les-Roses

Beuvron-en-Auge

Danke für die schönen Bilder, Jollylolly. :clap:
Wie wir sehen, war das Wetter ganz normannisch, strahlender Sonnenschein und dicke Wolken.

Schöner Bericht. Aber ein paar originale Plätze wird es doch noch geben. Oder ist der Berg schon ein Normannisches Disneyland?

@michelmau:danke für die Tipps, in beiden Orten gibt’s ja ordentlich Fachwerk zu sehen, zu Veules-les-Roses fällt mir direkt die Kombination mit dem endlich eröffneten Fischereimuseum ein und zu Beuvron en Auge könnte man die Tapisserie von Bayeux dazu nehmen und schon gibt es wieder ein paar Orte mehr auf der Liste :merci:

@Avonlea:die Bilder mit den Original normannischen dicken Regentropfen und Hagelkörnern habe ich extra rausgelassen, aber zur Not gibt es ja noch die Parapluies de Cherbourg um sich dagegen zu schützen oder man fährt zu einer anderen Jahreszeit hin. Unsere Vermieter wollten uns unbedingt davon überzeugen im Juni wieder zu kommen, da ist dann wohl alles noch viel schöner :smiley:

@Mike:In unserem Reiseführer stand was, das man auch einen Wehrgang benutzen kann, dann umgeht man die « Tourifallen » und dann kommt evtl. doch noch ein mystischeres Gefühl auf, und ja in vielen Ecken ist der Berg dann doch noch recht Original.

Mal eine Frage in die Runde, lohnt es sich nach Dieppe zu fahren, jetzt so mal als Tagesausflugziel?
-die Wetterfrage stellt sich ja in der Normandie ja nicht, da ist es ja immer schön, nur die Kleidung muss die passende sein.

Veules-les-Roses steht eh schon auf dem Plan, dazu eine « Jeanne d’Arc Pilgerung » nach Rouen und natürlich alte bekannte Apfelbäume und so :slight_smile:

Nein, es ist ein kleineres Etretat aber mit weniger Charme.

Wenn dann Fécamp, ist ganz hübsch dort.

OK, Fecamp ist als Ausgangsort gedacht, da es dort ja echt schön ist, und das war bevor man den Palais Benedictine besuchte, also noch ganz nüchtern betrachtet :smiley:
Aber :merci: für Deine Tipps Dresden. Setzen ja auf die französischen Herbstferien, das wir mal alles geöffnet sehen können, inklusive Le Havre.

So, nachdem wir Fécamp 2019 nur als Tagesziel hatten, haben wir dieses Jahr dort direkt Quartier bezogen.

Unsere Wohnung war einmal über die Straße vom Hafen entfernt, sozusagen mit den Füßen im Wasser und für die « Unterstadt » total Zentral.
Es gibt dort außer dem Hafen und dem Meer, die ja wegen Wind und Wetter sich eh jeden Tag anders präsentieren, mehrere Wanderungen, die auch Ungeübte gut schaffen können, man hat eine eigene App dafür, die nur die drei Wanderrunden enthält.
Wobei es ja soviel zu entdecken gab, haben wir uns schon auf der ersten Runde von der App Verabschiedet. Der Weg führte uns durch den Hafen über den Chemin de Matelots hoch zum Cap Fagnet, von hier hat man fast Ausblick bis Hastings.

Diese Klippe ist über 110m Hoch also ein ordentlicher Anstieg von Meereshöhe aus, dafür wurde der Weg schon zu Gallo-Romanischen Zeiten Barfuß oder gar auf Knien zur Kirche N.D. du Salut zurückgelegt.
Leider ist die Kirche wegen Renovierungsarbeiten geschlossen, aber der Ausblick vom Cap ist einfach herrlich.

Auf dem Weg abwärts begegnen wir noch ein schönen alten britischen Autos:

Und einer Skulptur:

Wieder am Fuß der Klippen kann man gut die Kreideschichten erkennen:

Und da die Fischer zurück kommen:

Wird es Zeit sich einen Platz zum Essen zu suchen, denn bei Rückkehr in die Wohnung stellen wir fest das der Kühlschrank defekt ist und leider den Kühldienst eingestellt hat.
Nach dem Essen können wir den Blick auf die erleuchteten Häuser an der Klippe bis hoch zum Cap Fagnet bestaunen:

Und das Museum « Les Pecheries »:

Der nächste Tag steht ganz im Zeichen Fécamp und seiner Geschichte, von daher geht es heute in « Musee les Pecheries », hier geht es mal im obersten Stockwerk los, mit Ausblick über den vorderen, den hinteren und den alten Hafen.

Hier erfährt man viel über die Ortsentwicklung, die zunächst mit einem Frauenkloster im 7. Jahrhundert, auch ein Feigenbaum und Blut Jesus Christi sollen wohl eine Rolle gespielt haben. Dann kamen die Wikinger und das Kloster und Co. hatten erstmal Pause.
Jedoch ging es ab 990 weiter und so wurde Fécamp eines der reichsten Klöster insbesondere nachdem Wilhelm der Eroberer seinen englischen Besitz dem Kloster übertrug, insbesondere Hastings und Umland.
Ein Vergleich Fécamps mit Jerusalem wurde nicht gescheut ob der prächtigen Ausstattung der Abtei, da wundert es nicht das der spätere Papst Clemens VI zuvor als Peter von Fécamp Abt des Klosters war.

Hierzu gibt es eine Sammlung verschiedener Bilder die von der Geschichte erzählen oder auch einst in Kirchenbesitz waren, aus rechtlichen Gründen hier nur ein verzehrtes Bild eines Teils der Sammlung:

Ansonsten wird lebhaft die Geschichte des Kabeljaufangs vor Neufundland geschildert inklusive einer interessanten Videovorstellung(der Film ist zwar aus den 50er/60er Jahren, trifft aber genau den Punkt wie wir finden), es wird geschildert welche Fangmethoden eingesetzt wurden als man noch nach Neufundland oder sogar bis Kanada segelte um den Kabeljau zu fangen, bzw. auch Schiffsausrüstung fern von Frankreich auf St.Pierre & Miquelon zu ermöglichen.
Es gibt natürlich auch viele Schiffsmodelle zu bestaunen, sowohl von den Fangschiffen als auch ein wenig der Geschichte der SNSM(das französisch fastpendant zur deutschen DGzRS/DLRG)

Aber auch das Leben in Fécamp wird gut geschildert, ähnlich wie in der Bretagne war auch die Normandie eigentlich ein Matriarchat, weil die Frauen alles organisierten und regelten während die Herzöge auf Kreuzzug in nahen Osten und die Fischer im fernen Westen kurz vor Quebec waren. So gibt es halt nachgebaute Räume in die man jeweils von mindestens 2 Seiten reinschauen kann, wie gelebt, wie mit Besuch gelebt, gekocht und geschlafen wurde.
Dann gibt es noch eine Abteilung wie man Kinder großziehen kann, da wir aber schon den Kopf mit vielen Informationen voll hatten, erschloss uns dann nicht mehr der Sinn der Präsentation der verschiedenen Nuckelflaschen oder Kinderetuis(bzw. der Schutz von Kindern vor Tieren schon noch) aber als dann noch Stuhlproben von falscher Kleinkindernährung gezeigt wurden, waren wir raus.

Wenn man dann noch die App des OT hat, kann für 4,-€ Eintritt nicht meckern, aber auch die regulären 7,-€ gehen in Ordnung, leider ist die Homepage vom Museum nicht so toll, aber wer will kann ja bingen, googeln oder welche Suchmaschine man auch immer bemühen möchte nutzen.

Das sind ja tolle Bilder, vielen Dank! Ich hatte Fécamp auch schon auf meiner Liste, aber die Meinungen sind ja gespalten. Aber wie dich hatte mich der Blick auf den Hafen von einer Ferienwohnung aus auch sehr gereizt, sodass es immer noch auf der Liste steht. Und das Wetter sieht ja traumhaft aus, wie im schönsten Sommer! :jump:

<-nee, im Sommer regnet es da immer, darum fahr ich da lieber im Hersbt hin, da ist es zwar nicht mehr so warm, aber dafür sonnig :smiley: :laughing: Aber ja, wir hatten ja echt schlechteres Wetter in der Vorhersage, aber bis auf einen Tag gab es kaum Regen.

Ein bisschen was habe ich noch, natürlich nutzten wir unseren Besuch in der « Haute-Normandie » auch um deren Haupstadt zu besuchen und den Schauplatz wo « meine » Jeanne verbrannt wurde.

Wie schon erwähnt nutzten wir den Parkplatz am Bahnhof, der kürzlich renoviert wurde und durch Sauberkeit und Modernität bestach. Von dort ist es nicht weit in die Innenstadt, als erstes kamen wir am « Tour Jeanne d’Arc » vorbei, der war bis vor ein paar Jahren auch mit einem kleinen Museum ausgestattet, beherbergt jedoch heutzutage einen « Escape-Room ». Belegt ist jedoch, das tatsächlich Jeanne in diesem Tour gefangen gehalten wurde und von hier in die Kathedrale zu den « Verhandlungen » gebracht worden ist.

So führte auch unser Weg dann direkt im Anschluss zur Kathedrale:

Mit Ihrem detailliertem Portal:


Allein die Kathedrale ist schon eine Reise nach Rouen wert, jedoch birgt sie ja auch ein Grabgelege von Richard Löwenherz mit seinem Herzen:

Das wurde in Kathedrale begraben, da er ja Herzog der Normandie war. Hierzu möchte ich noch erwähnen, das er nicht als König von England den Kreuzzug unternahm, sondern seinem Lehnsherr, dem König von Frankreich auf diesem begleiten musste.

Uns hat natürlich besonders die Kapelle zu ehren Jeanne D’Arcs interessiert, die man nach Ihrer Heiligsprechung Ihr einrichtete:


Zu Ihrer Geschichte erfuhren wir erwartungsgemäß nicht mehr viel neues, siehe Reiseberichte Lothringen und Jeanne d’Arc-Tour, daher waren wir auch nicht im Musee Jeanne d’Arc hinter der Kathedrale. Waren jedoch überrascht zu sehen, das einen über 350km langen Pfad gibt auf dem Jeanne d’Arc und/oder Weggefährten während Ihrer Zeit in der Normandie unterwegs waren.

Durch die tolle Altstadt führte uns der Weg zum Marktplatz wo im Jahre 1432 Jeanne auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde:



An dieser Stelle, dem Marktplatz steht heute eine Minimarkthalle und eine Kirche zu Ehren Jeannes:

Wo auf dem Bild das Kreuz steht, stand seinerzeit der Scheiterhaufen.

Das Bild ist aufgrund der Aufnahme ein wenig verzerrt.

Ansonsten gibt es in Rouen als Universitätsstadt natürlich auch viele interessante Bars, Kneipen und Bistros und nicht zu vergessen, den ein oder anderen Chocolatier(hier gibt es dann z.B. auch die « Larmes de Jeanne » für die Touristen) aber die Baumkuchenspitzen sind echt :wouaw: