Auf der Grundlage negativer persönlicher und beruflicher Erfahrungen und Beobachtungen gesell-schaftlich-politischer und ökonomischer Entwicklungen rechnet Driss Ghali ab mit der aus seiner Sicht fehlentwickelten Gesellschaft.Depressive Phasen und lange Meditation führten ihn zwar in eine ernste Identitätskrise, hätten ihm aber auch zur Erkenntnis verholfen, dass jeder Mensch sich zuallererst fragen solle, was er selbst wolle und sei im Hinblick auf seine Selbstverwirklichung .Der Autor warnt vor Manipulationen und Diskriminierung im Privatleben (auch durch Frauen),in der Politik, in Arbeitswelt und Wirtschaft und in den Medien. Aus Seiner Sicht dominieren vor allem in Politik und Wirtschaft inkompe-tente und korrupte Eliten, die in einer arroganten und menschenverachtenden Weise nur ihre eigenen Interessen verfolgen, aber behaupten, im Recht zu sein und das allgemeine Wohl zu vertreten. Generell rät der Autor zu Vorsicht und Misstrauen auch in privaten Kontakten und zu einer klugen Bekämpfung der Fehlentwicklungen der Gesellschaft. Driss Ghali scheut nicht davor zurück, immer wieder Schimpfwörter zu verwenden (z.B. enfoirés), was seine Argumentation nicht immer seriös erscheinen lässt. Schwächen dieses Buchs sind auch etliche Weitschweifigkeiten, die unzulässige Verallgemeinerung persönlicher Erfahrungen und die allgemein negative Grundhaltung. Viele gesellschaftskritische Bemerkungen und persönliche Erkenntnisse des Autors treffen allerdings einen realen Kern und regen zum Nachdenken an. Insofern ist das Buch trotz erheblicher Defizite lesenswert.