Le meilleru est à venir Françoise Bourdin

In diesem 2021 erschienenen Roman analysiert Françoise Bourdin die Ehekrise von Margaux und Axel, die mit ihren Kindern Rodolphe und Angélique von Paris nach Gran-ville umziehen, wo sie sich in einem alten geerbten Landhaus niederlassen wollen, um einen Neuanfang zu wagen. Die als Dekorateurin arbeitende Margaux bereut ihren Seitensprung mit einem Pariser Theaterdirektor, der krampfhaft versucht, seine Ex-Geliebte auch nach ihrem Umzug wiederzugewinnen. Axel, der als erfolgloser Historiker unter Minderwertigkeitskomplexen leidet und sein Selbstwertgefühl erst allmählich durch die Arbeit an einem historischen Roman und durch die gelungene Renovierung des ge-erbten Landhauses sowie die Einrichtung von Ferienwohnungen für Gäste positiv entwickelt, will seiner Frau zwar verzeihen, quält sich aber immer noch mit Zweifeln bzgl. der Treue seiner Frau, die ebenfalls hin- und hergerissen ist zwischen sich wider-sprechenden Gefühlen. Nach vielen Selbstzweifeln gibt es für die Eheleute schließlich ein Happy-End. Der Autorin gelingt mit ihrem Roman eine sehr feinfühlige Analyse dieser psychologischen Entwicklung, die auch durch etliche Action-Elemente aufgelockert wird. Man könnte diesen Roman eventuell vergleichen mit Flauberts „Madame Bovary”, wobei Françoise Bourdin allerdings dem Fehlverhalten der Ehefrau wesentlich kritischer ge-genübersteht als Flaubert es mit seiner weiblichen Hauptperson tut; außerdem verzich-tet Flaubert auf ein Happy-End , das dem positiven Denken der Autorin entspricht. Der Roman Bourdins ist trotz einiger Spannungselemente in der Handlung sicher kein klassischer Action-Roman, aber eine sehr interessante Analyse einer Ehekrise, die zum weiteren Nachdenken anregt.