JMG Le Clézio

Heute wurde der französische Schriftsteller Jean-Marie Gustave Le Clézio mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet.
« Verfasser des Aufbruchs, des poetischen Abenteuers und der sinnlichen Ekstase, Erforscher einer Menschlichkeit außerhalb und unterhalb der herrschenden Zivilisation. » (Rechtfertigung der Nobelakademie)

Habt ihr schon etwas von ihm gelesen ?

Ich persönlich habe vor 8 Jahren « Pawana » gelesen, aber habe leider keine Erinnerung daran :blush:

ein bisschen mehr über Le Clézio

bis Heute kenne ich nicht dieses Autor !!

aber… Gluckwunsch !!! 3 Französisch Nobel dieses Woche !!! ganz gut ! :wink:

Das beruhigt mich aber! :laughing:

Dachte schon, ich sei der Einzige, der den nicht kennt…

:frowning:

Portrait

Bande d’incultes :wink:

Jetzt habt ihr eine Idee für eure Weinachtsliste ^^

Versprochen, wird nachgeholt! :smiley:

Ha! Ich habe schon « Révolutions » gelesen! Mir selbst auf die Schulter klopf! :ange:

p.s. Donnerwetter, ist Wiki schnell!

Jean Marie Gustave Le Clézio:

Eine kurze Biografie in dt. Sprache:

:wink:

Hier eine Kritik von Helmut Karasec:

bz-berlin.de/BZ/kultur/2008/ … lezio.html

Sein Gesicht gefällt mir zu viel…

aber den letzte Mal wo ich ein Buch, der « prix littéraire » gehabt hat, lesen möchte, kannte ich nicht den Buch bis Ende lesen…

es war « les Bienveillantes »…

also… Jetzt habe ich Angst :wink: :wink: :laughing:

Er hat auch Kinderbücher geschrieben :wink:

Wenn ich gewusst hätte, hätte ich eines in Österreich mitgebracht, und es mit den Schülern gelesen. Das ist einfach Klasse, einen Nobelpreisträger im Unterricht zu lesen :sunglasses:

Oh ein hübscher Mann und ich kannte ihn bisher gar nicht. :astonished: :laughing:

Mal ernsthaft, ich habe mich gar nicht getraut zu schreiben, dass ich noch nie von ihm gehört habe und nun bin ich froh, dass ich nicht die einzige bin… :blush:

Mislep liefert amazon.fr nicht nach Österreich? :wink:

Kissou, mir geht es oft so mit Büchern die ganz oben auf einer Bestseller-Liste stehen. Oft lese ich sie nicht zu Ende. :confused:

Mit meinen Kinder lese ich gerade « Der kleine Prinz », allerdings noch auf Deutsch. g

Ich habe vor drei Jahren die Kurzgeschichte « Ariane » gelesen, und es war furchtbar. Eine grausame Geschichte über ein Mädchen in der Nizzaer Plattenabusiedlung Ariane, die von einer Motorradgang vergewaltigt wird.
Er schreibt sehr detailliert, die Atmosphäre ist daher bedrückend weil alles so langsam ist. Guter Stil eigentlich, aber die Geschichte war kein Vergnügen.

In « Révolutions » wird einerseits über einen Revolutionssoldaten erzählt, der dann nach St.Maurice auswandert und sich dort eine Existenz aufbaut, andereseits erzählt im heutigen Frankreich die alte blinde Tante, Nachfahrin jenes Soldaten, ihrem kleinen Neffen, wie paradiesisch es in St.Maurice war und wie sie es wieder verlassen mussten. Obwohl es 550 Seiten sind, fand ich es nicht langweilig. Besonders gefallen haben mir die Schilderungen aus dem Leben des Revolutionssoldaten noch in Frankreich.

OOOO er hat an mir gedacht !! es ist nett von ihm… :stuck_out_tongue:

Das mag ich nicht !! es ist schwer für mich, ein Buch nicht bis Ende lesen !! ich bin immer enttaüscht ! :frowning:

aber vielleicht soll ich ein Buch von dieses Autor probieren (sag man auch « Probieren » für ein Buch ?) nachdem ich « Le retour » (Bernhard Schlink) fertig gelesen habe :wink:

Du kannst sagen: « Vielleicht sollte ich es mit einem Buch von diesem Autor probieren/versuchen. »

Angeblich haben ein paar Zocker gehörig Geld mit Le Clézio verdient. Jedenfalls mussten die Londoner Buchmacher kräftig auszahlen. Der Name des Gewinners ist wohl schon vorab « veröffentlicht » worden
Jaja soweit ist es mit dieser Welt gekommen: auch auf die Literatur wird jetzt schon gezockt. Das sind ja Zustände wie beim Fußball und Radlfahren :laughing:

Der Roman « Der Afrikaner » von JMG Le Clézio:
Hört Auschnitte des deutschen Hörbuches gratis
HIER
an :wink:

Den Roman von Le Clézio habe ich soeben durchgelesen, genau gesagt, das Hören beendet. Darüber hinaus muss ich Euch gestehen, dass ich es auf Deutsch gehört habe. Ich habe die Musikalität der deutschen Sprache so viel dass ich diese Wahl gemacht habe. Die Stimme des Vorlesers war sehr hell, klar. Seine Worten waren zwar deutsch aber in meinem Gedanken waren sie französisch: eine angenehme und unbeschreibliche Empfindung: diese von einer unbewussten Sprachverarbeitung der Worten in meinem Gedächtnis wegen der Emotion.

Das war eine unvergessliche Reise in meinem Kopf, das heißt eine Reise nach Afrika in der Kolonialzeit durch die Erinnerung eines kleinen Jungen, der ein weltberühmter Schriftsteller geworden. Wenn man dieses Buch liest oder hört, soll man sich daran erinnert, dass JMG Le Clézio am Anfang des Zweitweltkrieg geboren ist. Zwar ist es keinfalls das Thema des Romans, aber das zu dem Zusammenhang gehört. Am Anfang, gibt Le Clézio dem Leser einige Hinweise: eine Suche nach seiner Afrikanität durch eine angebliche dunkelhäutige Mutter: eine falsche Spur. In seinem ganzen Roman erklärt er uns warum diese Afrikanität an der väterlichen Seite steht. Er erzählt seines Vaters Leben als Arzt Spezialist der tropischen Krankheit, der von der kolonialen Gesellschaft verachtete. Der einziger europäischen Arzt, der in weite und ungesunde Orte ging, um die Leuten zu pflegen und der sich gegen der Verachtung der « Weißen » gegenüber den Einheimischen empörtet . Le Clezio, als 8-jähriger Jung hielt seinen Vater für einen Held und empfinde Zärtlichkeit für seine Mutter, die die einheimische Bevölkerung mag, die afrikanische Küche mit ihren freundlichen Hausangestellte kocht.

Der Lebensort der Familie ist kein großes Kolonialhaus, sonder eine Hütte, deren Dusche des einzigen westlichen Zeichen des Komforts ist. Der « Hörleser » wird in die Familienküche eingeladen, wo er das köstlichen Geschmack der afrikanischen Gerichten riechen kann… Von seiner afrikanischen Frühkindheit lässt Le Clezio ihn die Farben, die Formen , die Düfte, die Gerüche, die Laute wie die Freudenschreie seiner einheimischen Spielkameraden, allerlei creepy crawly things eher als die üblichen afrikanischen Säugetiere, die Pflanzen, usw. mitteilen. Ein menschliches Buch in 3D, das nach freundlicher und einfacher Kindheit duftet, weit von den Vorurteilen der Kolonialisten , auch wenn dieses Leben ganz und gar nicht idealistisch war… Der Vater, der während und wegen des Zweiten Weltkriegs weit von seiner Familie gewesen war und wegen seiner äußerst schwierigen Beschäftigung als Arzt fast immer abwesend von seinem Heim war … Die Figur des Vaters, die so abwesend in Le Clezios Leben war , hat den Roman stark geprägt …

Die Erzählung habe ich auch als die Entdeckung der Macht der Worten von einem sehr kleinen Jungen gesehen. Das heißt, die afrikanischen Worten, die afrikanischen Ortsnamen die in seinem Gedächtnis als Zauberwort wiederbelebt sind.
Dieses Buch ist ein echtes Vergnügen für unsere vier Sinne und auch eine Lehre der Menschlichkeit . Zum hätte Schluss ich auf Französisch « Ecoute comme cela sent bon » gesagt :wink: (Hör mal, wie es gut riecht)

Das Gefühl einer « Reise im Kopf » hatte ich auch beim Lesen von Der Goldsucher. Le Clézio zeichnet nicht nur die Abgründe der Welt plastisch, sondern auch die Schönheiten. Ich mochte sehr das Entflüchten in eine fantastische, exotische Welt voller Natur, die so zeitlos war, obwohl schon in einen historischen Kontext eingebettet. Man zählt Le Clézio manchmal zum Réalismo Mágico, den man eher aus Südamerika kennt (García Márquez, Cortázar, Allende) und ich finde es stimmt.

Le Clézio lese ich gerne, wenn es mir nicht auf die Geschichte ankommt, sondern ich mich an Bildern und Sprache berauschen möchte. Ein Bild, das ich nie vergessen habe ist eines aus Die Sintflut: « Seine Zigarette brannte ein Loch in die Dunkelheit. » Kleine und doch überragende Beobachtung.