Eyes on Paris: Ausstellung in den Deichtorhallen Hamburg

Diesen Freitag beginnt in den Hamburger Deichtorhallen eine Fotoausstellung rund um Paris und wird dort bis zum 8. Januar 2012 zu sehen sein. Begleitet wird sie von diversen Diskussionen, Tagungen und auch einer Kooperation mit dem Filmfest Hamburg ab 28.September, dessen Schwerpunkt in diesem Jahr Paris als Filmstadt sein wird. Wer will, kann eine Gruppenführung auch in Französisch hören. Eintritt kostet 9€, ermäßigt 6€, Kinder zahlen nichts, es gibt noch diverse Aktions- und Sondertarife.

deichtorhallen.de/index.php?id=212

Aber warum gerade :« EYES ON PARIS » ? Klingt vielleicht « cooler ». :mrgreen:

Sehr wahrscheinlich sind damit die Kameras der letzten 130 Jahre gemeint, die ihr « Auge » auf Paris gerichtet haben. Da die Ausstellung wohl auch an ein internationales Publikum gerichtet ist und außerhalb Frankreichs kein Mensch etwas mit dem Wort « yeux » (da kommt vielleicht noch jemand auf die Idee, das als « Spiele » zu interpretieren) anfangen kann, hat man sich eben mit dem Englischen beholfen. :smiling_imp:

Fände ich aber trotzdem besser.
Wem es interessiert der beschäftigt sich schon damit und alle anderen sollen es eben bleiben lassen.
Könnte aber auch daran liegen, dass ich diese Amerikanisierung der letzten Jahre einfach lächerlich finde. :unamused:
Ist bestimmt eine interessante Ausstellung.

Man hat sich schon Gedanken über den Titel gemacht, wie auch in dem Text steht. Einer der ausgestellten Künstler ist Brassaï, über den der amerikanische Schriftsteller den Essay « The Eye of Paris » (=Brassaï) schrieb.
Warum sollte man daraus nicht als Hommage einen neuen Titel machen und den englisch lassen, sondern den nur deshalb ins Französische übersetzen, weil es um eine französische Stadt geht?
Nicht immer ist es richtig, das Englische wie aus der Pistole geschossen zu verteufeln, wo immer es gerade auftaucht, nur weil es Englisch ist.

Man hätte auch einen deutschen Titel finden können… oder kann kein Mensch in Hamburg etwas mit den Wörtern « Auge » oder « Blick » anfangen ? :unamused:

Aus unzähligen Gründen, die ich hier nicht zu nennen brauche, hab ich wirklich gar nichts gegen Englisch, ganz im Gegenteil.
Was mich aber besonders stark aufregt, ist ein snobisticher Gebrauch der englischen Sprache in bestimmten Kreisen. Dies ist nur eine kleine Bemerkung nebenbei.
Ich hoffe ehrlich, daß die Ausstellung viele Besucher anziehen wird. :wink:

Aber warum? Es geht um Kunst und nicht um ein Waschmittel, mit dessen englischen Titel man modische Hausfrauen ködern könnte, es wegen der scheinbaren Coolheit der englischen Sprachen zu kaufen.
Mit einer deutschen Übersetzung nur um der Übersetzung Willen, damit die Sprachfundamentalisten zufrieden sind, wäre jeder Bezug zu Miller und Brassai verloren gegangen. Sollen die doch ihren englischen Titel haben!

In google findet man Ausstellungen über Brassai, die « das auge von paris » benannt wurden…

Außerdem sind Brassai und Miller nicht die einzigen Photographen, die hier ausgestellt werden. Der Titel musste keinen Bezug auf diese beiden haben.

Es geht nicht um Sprachfundamentalisten, sondern nur darum, dass ein englischer Titel den Eindruck schafft, dass die Ausstellung für eine gewisse ausgebildete Elite reserviert ist… Und, wie du es schreibt, es geht um Kunst. Jeder kann Fotos schätzen und darf sich für diese Kunst interessieren, auch wenn er Brassai und Miller nicht kennt.
Wieviel prozent der Besucher verstehen die Anspielung des Titels auf Brassai und Miller ?

Ich war vor kurzem in EYES ON PARIS. Ist wirklich sehr empfehlenswert! Und Hamburg ist schließlich auch immer wieder einen Besuch wert :slight_smile:
Allerdings hätten sie auch eine französischsprachigen Titel wählen können!

Ich kenne weder Brassai noch Miller, aber ich konnte mir ganz gut vorstellen, was mit der Ausstellung gemeint ist. Und da nicht nur französische Künstler beteiligt sind, stört mich der englische Titel nicht.