Ein Off-shore Windpark im Ärmelkanal

Ich war vor einem Monat dort.
Vor dem kleinen Hafen « Le Tréport » will die « Compagnie des Vents », eine Filiale von GDF-Suez einen Windpark von einer Fläche von 75 Km2 mit 141, 150 Meter hohen Windrädern 14 Km von der Küste anlegen . Kosten : 1,8 Milliarden €.
Auf der lokalen Ebene wird dieses Projekt von Fischern und Fachleuten der Tourismusbranche heftig kritisiert und umstritten. (Hab ich mit eigenen Augen feststellen können.)
Die Fischer klagen , daß ihre traditionellen Fischzonen besonders streng verringert werden, da sie in einem Abstand von X-Seemeilen weit weg von den Rädern nicht mehr fischen dürfen und können. Der Meeresgrund wird nämlich für die Errichtung der Türme stark verbetoniert.
Fachleute der Tourismusbranche und Einwohner des wunderschönen Badeorts Mers- les- Bains befürchten mit Recht, daß die Windräder die Aussicht in die Ferne defintiv versperren.
Auf der regionalen Ebene haben sich UMP , PS und Grüne (unter Vorbehalt) für das Projekt ausgesprochen.
Die « Compagnie des Eaux » hat schon ein bißchen eingelenkt; die Türme werden jetzt nicht mehr 14, sondern 18 Km vor der Küste gebaut, was sie unsichbar machen könnte.

http://www.romandie.com/infos/news2/100908073940.uw3efqb5.asp

Hier ein Simulationsfilm der « Compagnie des Vents »:
http://www.kewego.fr/video/iLyROoaf8-Kj.html#iLyROoafYJuG
:wink:

Es ist eine pseudoökologische Protesttendenz erkennbar, die jeden ökologischen Fortschritt zunichte macht. Einst angefangen von den Solaranlagen, die im 5. Stock flach angebracht, angeblich das Stadtbild verschandeln bis heute wo solche Windparks oder auch die notwendigen Leitungstrassen verhindert werden sollen. Jeder scheint sich selbst der Nächste und der Strom kommt solange aus der Steckdose bis er nicht mehr kommt. :unamused:

…ist klar.hier gibt es auch so ein projekt.mit demselben geschreie :unamused:
die sollten alle mal nach dänemark ein windpraktikum machen…

Es ist immer wieder das Gleiche in Frankreich. Es scheint fast so, als wenn die Polemie gegen Windkraft von allen Seiten unterstützt wird, kaum eine deutsche Zeitung würde sich dauerhaft so ausgibig mit den éoliens beschäftigen wie die Französischen. Egal welche man gerade durchblättert oder welches Internetjournal man sich anschaut, es gibt mindestens einen Artikel oder einen Kommenar. Sowas zum Beispiel.

Bei uns stehen überall solche Dinger rum und wir haben nicht alle fünf Sekunden einen Schatten im Gesicht und wir sind nicht krank vom « Lärm ». Ich finde diese Gebilde sogar recht ansehnlich, es passt besser in die Landschaft als ein Atomkraftwerk (Aber die verschandeln natürlich nicht die Natur in Frankreich, nein. Die sind doch putzig, diese kleinen Zeitbomben).

Ich habe vor einiger Zeit einen Bericht über solche Projekte gesehen, da wurde auch über Gezeitenkraftwerke (ich glaube in der Nähe des Mont St. Michel) berichtet. Wenn ich den Link finde dann poste ich ihn.

Aber ich meine auch in Frankreich eine Tendenz zu alternativen Energiequellen zu erkennen. Im Süden haben wir so viele Häuser mit Solarzellen auf dem Dach gesehen wie noch nie.

Es wird einfach Zeit umzudenken.

Frankreich kann nicht umdenken so wie wir, weil man nicht 80% Atomstrom teilweise ersetzen kann ohne Atomkraftwerke stillzulegen. Wir haben nur 23% Atomkraft, dazu aber noch über 40% Kohlekraft. Die kann man leicht ersetzen, indem man weniger verbrennt. Kernenergie funktioniert nur voll oder gar nicht, das ist das Problem. Deshalb werden auch in Deutschland immer noch zuerst die Windräder abgestellt, wenn siezu viel Strom produzieren. Wie soll das dann erst in Frankreich sein? Zudem ist dort Atomkraft ein Prestigeprojekt, man exportiert in aller Herren Länder, Frankreich ist die größte Atommacht der Welt. Man muss erneuerbare Energien bei maximal 15-20% Anteil am Strommix belassen, denn man baut immer noch neue AKWs.
Man wird höchstens mehr Strom exportieren, aber am eigenen Energiemix wird sich nichts ändern.

Das kommt mir auch bekannt vor. Hat die Gegend um Mont St. Michel nicht ein Problem von Anschwemmung, Ansandung durch das Kraftwerk? Da die angeschwemmten Sedimente nicht mehr auf den normalen Weg der Strömung weiter getragen werden. Das in ein paar Jahren der Felsen komplett trocken liegt?

Es ist genau umgekehrt. Man hat das Stauwerk gebaut um den Sand langsam abtragen zu lassen, damit der Mt. St.Michel wieder eine Insel wird.
Kam neulich bei Mare TV im NDR. In der Leiste rechts « Normandie » auswählen. Da wurde vorgestellt wie so ein Gezeitenkraftwerk funktioniert.

Jedes dritte Haus in meiner Wohngegend nutzt Solaranlagen auf den Dächern.Zusätzlich der neuste Renner hier in Deutschland ist Silikonharzfassadenfarbe.Die solaraktive Außenfarbe mit Energiespar-Effekt wirkt reflektierend im Sommer und absorbierend im Winter.Ist zwar nur ein kleiner Beitrag zum Sparpaket Energiequellen und deren Umwandlungsmöglichkeiten aber immerhin.Vielleicht erfindet noch jemand Außenfarbe, die gleichzeitig den Elektrosmog filtert.Ich denke das experimentieren würde sich auch da lohnen :alld:

Ah ja :top: danke für den Link war wie 44min Urlaub

Oder Farbe mit Solarzelleneffekt :top: Wand streichen, Stecker anschließen - fertig

Frankreich kann genauso umdenken wie wir. Im Schneckentempo gehts, wenn ein stillzulegendes AKW nicht durch ein neues, sondern durch regenerative Energieerzeuger ersetzt wird. Erlaubt man sich wie einst hier die Restlaufzeiten generell zu verkürzen ginge es schneller.

Frankreich « kann » nicht war gemeint im Sinne von « Das würden die niemals tun ».

Ja, wie einst. Ich habe keine Hoffnung mehr, dass wir aus dieser Technik des letzten Jahrtausends (lebend) herauskommen, sie ist einfach zu profitabel und die Wähler wählen lieber Steuersenkungsversprechen als Atomausstieg. Weltweit nimmt der Anteil an Atomenergie stetig zu, und Frankreich hat einen Riesenanteil daran, Sarkozy höchstpersönlich verkauft Atomtechnologie nach Lybien und neuerdings Südafrika. Frankreich « kann » niemals aussteigen. Da muss schon was Großes passieren, damit das nicht ein Kampf gegen Windmühlen bleibt (Ironie der Ironie).

Ich möcht schon hervorheben, dass die öffentliche Meinung in D deutlich gegen die Atomenergie tendiert. Keiner will neue AKWs haben. Die Atomlobby musste tief in die Tasche greifen für die Laufzeitverlängerung. Natürlich war das jetzt ein Rückschritt, aber dafür lebt die Protestbewegung wieder auf. Ich denke mir aber, dass alternative Energiegewinnungstechniken aber auf Dauer nicht aufzuhalten sind und derjenige der sie am konsequentesten und damit profitabelsten entwickelt, der wird später auf dem Weltmarkt die Nase vorne haben. Das Gleiche gilt für die Zukunft des Automobils oder besser der Mobiltät.

:unamused: Ich hoffe, das Dein Pressimismus nicht dazu führt, dass du resignierst, gerade jetzt wo man wieder beginnt öffentlich mit Leidenschaft gegen die Atomwirschaft zu protestieren. :wink:

Ich hab noch irgendwo meinen « Atomkraft- nein danke »-Button. :wink: Wir sind damals auch auf die Straße gegangen, in Bonn, was ja mal unsere Hauptstadt war…

um nochmal auf den windpark zu kommen. bei 15 - 18 km vor der küste, da sieht man von denen nix mehr. schaut euch mal nen tanker aus der entfernung an und dann nochmal, wenn er im hafen liegt.

und für die fischer bedeutet der park auch wirtschaftlichkeit, denn an den bodenverankerungen werden sich, genauso wie in der nordsee, muscheln ansiedeln, also quasi geschützte muschelbänke.

ach was waren das noch zeiten, als die menschen glaubten, wenn man mit der eisenbahn bei tempo 25 km/h fahren würde, fiele man in ohnmacht etc. :smiling_imp: