Côte Varoise und Massif des Maures

Dieses Mimosa schaut ja echt putzig aus, fast zum :heart:
Deiner Schilderung nach könnte man meinen es ist nicht „so“ überlaufen wie andere Orte da unten oder habe ich mich jetzt von den paar Ureinwohner die auf Touristen als Starthilfe warten täuschen lassen ?
Ich frage deswegen weil ich die Küstengegend da unten nicht durchgehend kenne und ihm Zweifelsfall die ganze Küste als Touristengrill in einen Hut schmeiße und lieber im Hinterland rumdüse.

D.h. ich bin immer noch auf der Suche nach einem ansprechenden Ort für den Spätsommer an der Côte, ein Platzerl wo man nicht den Eindruck hat es lebt nur vom Sold des Touristen, wo selbst nach der Saison nicht alle Bürgersteige hochgeklappt werden, wo es Sandstrand gibt und keine Langeweile aufkommt … etc…pp

Oh, 'tschuldigung. Dann nehme ich das zurück und werde ab sofort immer schreiben: Alle Männer außer Côtier. :slight_smile:

Es ist nicht so überlaufen. Bormes lebt aber vom Tagestourismus, ist also beliebter Ausflugsort. Ich empfand das aber nicht als störend, man hatte zu jeder Tageszeit genug Platz und abends waren die Straßen manchmal etwas sehr leer. Das Dorf ist aber zweigeteilt. Es gibt auch noch so einen gesichtslosen Badeteil mit Yachthafen (La Favière). Da ist es wirklich touristisch.
Wie viele Einheimische im Dorf leben und ob die im Herbst die Bürgersteige hochklappen weiß ich aber nicht.

Am allerbesten ist aber die Aussicht. Dazu zwei Bilder, aufgenommen von meinem Hotelfenster:


Am Abend mit Blick auf die Burg


Am Morgen um halb sieben mit Blick auf das Cap Bénat, im Hintergrund Porquerolles

:astonished: Oh fan une soirée très romantique au balcon, pourquoi pas. :wink:

Ich werd das mal auf meine Liste setzen und bei Gelegenheit mal vorbeischaun

Ansonsten wäre ich wohl in La Ciotat geblieben, was ja auch ein ganz nettes Städtchen ist mit seiner postkruppschen Werftromantik :wink: Inzwischen hat sich der Ort wieder ganz gut gemausert (rein finanziell)und wird immer touristischer :cry:

Vielen Dank, Avonlea, für deinen tollen Bericht!
Wir kennen die Gegend bisher noch nicht. es macht richtig Appetit darauf, dort mal hinzureisen.

Ich schließe mich Côtiers Protest an:
Wir besitzen und benutzen kein Navy. Bisher haben wir noch alles in unseren Landkarten und Atlanten gefunden. Man hört ja immer wieder von gutgläubigen Reisenden, die sich von ihrem Navy in die Irre steuern lassen. So sind manche Menschen schon als Geisterfahrer auf der Autobahn oder in einer Wiese gelandet. Nein, so ein Gerät brauchen wir wirklich nicht - ganz abgesehen davon, dass ein Navy ja satelittengesteuert ist und man dadurch jederzeit auf der ganzen Welt geortet werden kann!

Grand-Père

So, einen Teil habe ich noch um das Sommerloch zu füllen. Also diesen und dann noch einen. :wink:
Heute geht es in die Domaine du Rayol

Le Rayol-Canadel ist ein uneinheitlicher Bade- und Villenort an der Küste, eingeklemmt zwischen klarem Meer und dem Massif des Maures.
Wenn wir vom Hotel statt runter ins Dorf rechts abbiegen, gelangten wir direkt ins Massif. Praktisch von einem Meter auf den anderen säumen dann Korkeichen die Straße, die auch immer schmaler und kurviger wird.
An einer der wenigen Kreuzungen bogen wir rechts ab und das Auto schlängelte sich von jetzt an die scharfen Haarnadelkurven hinab und wieder hinauf. Das war nicht ungefährlich, auch bei den hunderten von Radfahrern, die waghalsige Abfahrten wagten. Am Eingang in das Gebirge gibt es ein Schild, das auf die „cyclistes nombreux“ hinweist. Ein wahres Paradies für Radler. Immer auf und ab und schön enge Straßen.

Dann kam der Col du Canadel. Meine Mutter war heilfroh, dass die Kurvereien ein vorläufiges Ende hatten. Wir stiegen aus und ließen den Mund offen stehen, bei der Aussicht. Neben uns standen Dutzende Radfahrer, an ihr Rad gelehnt und schauten auch. Auf das Meer, auf die Caps.
Der gefakte französische Meister, den wir mehrfach überholen mussten, gesellte sich wieder zu uns, aber bevor er wieder losfahren konnte, kamen wir ihm zuvor und rollten weiter an die Küste. Allerdings nicht, um vorher einen kleinen Massif des Maures einzustecken, den mein Vater mir in die Hand drückte. Ein kleiner, leichter, bröckelnder Stein, der ziemlich glitzert.

Der Weg zur Domaine du Rayol war ausgeschildert, aber wir rechneten zu früh damit, dass wir kurz davor standen und parkten zu weit weg. Die breite Masse wollte nämlich gar nicht zum Garten, sondern nur zum Strand, der nahe war. Dahin führte eine lange Treppe, schon von oben blickte man auf das von Palmen umrandete hellblaue Meer. Von mir aus hätten wir dort stehen bleiben können.
Avenue des Belges, das ist die richtige Adresse, wir aber waren noch auf der Avenue des Américains. Welch eine Weltreise würde noch vor uns liegen! Parallel zum Meer und auf und ab marschierten wir an den tollsten Villen mit den schönsten Gärten vorbei und nach kilometerlanger Suche kamen wir an. Links ab, ein bisschen den Berg hoch. Es gab natürlich einen großen Parkplatz davor. Wie sollte es auch sonst sein?
Der Rest der Familie hinkte ein wenig hinterher und ich stratzte schon mal ins Haus, in den Schatten, und rief der Frau am Tresen zu:
„Bonjour! Nous sommes une famille“.
Einmal freundlich grinsen und sie wird uns das abnehmen. Tat sie auch und wir zahlten nur 18€ Familientarif für alle. 1,5 Stunden würde der Rundgang dauern, man kann mittags dann im Restaurant essen.

Der Garten und die Villa, durch die man in ihn gelangt, gehörte zu Beginn des letzten Jahrhunderts einem Bankier, bevor es später ein Hotel wurde und 1940 in den Besitz eines Flugzeugingenieurs überging, der den Garten von einem Dutzend Gärtner neu gestalten ließ. Lange hielt sich das nicht.
Nachdem die Domaine vierzig Jahre lang verwilderte, kaufte das Conservatoire du Littoral Ende der 80er das Gelände und verlieh dem Garten sein heutiges Gesicht.
Es geht um mediterrane Landschaften aus der ganzen Welt, die hier nachgebildet sind. Man kommt von den Kanaren nach Kalifornien, Australien, Südafrika, Chile… und schließlich direkt am Meer auch ans echte Mittelmeer.
Den Mittelpunkt bildet eine imposante Treppe, die aber leider gesperrt war.

Keine Ahnung, welche Pflanzen ich da alles gesehen habe, ich kannte kaum eine. Ich erinnere mich nur noch an ein Gewächs aus den Kanaren, das aussah wie schwarze, aber trockene und feste Rosen. Außerdem die angsteinflößend großen Kakteen und diese kakteenartigen Pflanzen, die aussehen wie gigantische, grüne Kraken.
Etwas verloren fühlten wir uns, weil die Karte weder ordentlich skaliert noch alle Wege und Treppen enthielt. Außerdem hatte sich ein Witzbold einen Spaß daraus gemacht, die Nummern bei den Pflanzen und ausgestellten Gegenständen umzustecken, so dass glaubten, uns schon nach wenigen Metern verlaufen zu haben.

Am schönsten war der Platz am Meer. Jemand schrieb einmal, dass alle großen Gärten der Welt auf „le grand bleu“ schauen, und das tun sie zurecht. Das Meer ist Teil der mediterranen Landschaft und es ist schon beeindruckend, zwischen Eukalyptus und Pinien zu stehen und auf das klare, hellblaue Wasser zu schauen.

Es gibt neben einem Strand (der nur mit einem Boot zugänglich ist und außerdem für Gartenbesucher gesperrt) auch mehrere verfallene Villen auf dem Gelände. Man könnte sie so schön herrichten und wenigstens irgendetwas daraus machen, aber die Bausubstanz, die aus den Wänden herausbröckelte, ließ erahnen, dass das nicht möglich sein würde. Steine, die kreuz und quer einfach nur mit Mörtel festgeklebt wurden oder in Beton eingegossen. Das hatten wir noch nicht gesehen. Was so alles hinter dem schönen Putz steckt! Jeder gute Architekt kriegt bei dem Anblick einen Herzinfarkt.
Erfrischend schattig war der subtropische asiatische Garten mit einem Brunnen, einem Teich und einem Bambushain. Zusammen mit dem Licht, das durch das dichte Blattwerk schien, sah alles wirklich aus, als hätten wir Europa verlassen.

Zum Abschluss entdeckten wir am Wegrand im australischen Garten dann noch blühende Mimosen. Gelbe, keine lilanen :smiley: Diese Mimosen sind nämlich in Wirklichkeit australische Akazien, die irgendwann in Frankreich eingeschleppt worden sind und seitdem die Februar-Landschaft verschönern.

Fazit: 18€ gut investiert, allein schon für den exklusiven Ausblick auf das Meer. Ich würde auch die baufällige Villa geschenkt nehmen, wenn man mich ließe…


Abgründe mitten im neuseeländischen Garten


Staunen über das große Blau


Noch mehr felsiges Blau


Im asiatischen Bereich mit Brunnen im Hintergrund, dem Teich unter dem Grünzeug im Vordergrund.


Eine von vielen Gartentreppen

Nettes Video über die Aussicht vom Col du Canadel
Homepage
Mehr Infos zu Rayol-Canadel mit Linksammlung und Blidern

Bei dir muss man sich ja inzwischen den via-Michelin zu Hilfe nehmen, um noch durchzublicken :stuck_out_tongue: Also die Route, die ihr da gefahren seid, ist deiner Schilderung nach diejenige die quer durch die Pampa führt (zw. D559 und D98), sozusagen die GR 51, die der Fernwanderweg ist :open_mouth: Da wundert es mich nicht, wenn es ein bisserl eng wird. Klingt aber spannend. (Ich hoffe da gibts noch mehr zu sehen als die Hintern von Radlfahrern). Der Ausblick im video vom Cap kann sich gut sehen lassen. Deine Familie musste aber schon wieder eine kleine Tour der Leiden mitmachen, um zum Ziel zu gelangen… ich weiß nicht ob ich nicht doch einfach nur zum Strand gegangen wäre. :unamused: :laughing:

Nee, war nur die D89 außer am Anfang und am Ende. Das Navi hat uns nicht auf den Feldweg geführt :wink:
Die rote Straße ist aber in Wirklichkeit keineswegs so gerade und so flach, wie sie im Atlas erscheint.
Viel zu gucken gab es aber wirklich. Ich saß ja auch auf der entspannten linken Seite und musste nicht in den Abgrund schauen.

Ich habe noch einen Teil zu Collobrières und Gassin, der aber kurz wird (keine Angst). Aber auch nicht heute.

die kastanien haben mich daran erinnert :smiley: weil da gibt es auch einen esskastanienwald…
ein juwel im massif des maures und nicht sehr bekannt,ein absolutes muss für leute die natur und alte steine mögen.ein kloster,im 11ten jh.gegründet.
wird heute noch von einer religiösen gemeinschaft bewohnt.ein hafen der stille und frieden auch im hochsommer wenn man dem tourismusterror der küste entkommen will.
fr.wikipedia.org/wiki/Chartreuse_de_la_Verne
:wink:

Die Chartreuse de la Verne ist aber doch ziemlich bekannt. Es fährt nur keiner hin, weil es keine richtige Straße dahin gibt. Die Nonnen freut das aber :laughing:

ist schon ein bischen länger her als ich da war… :unamused:
die strasse :laughing: klar, das paradies muss man sich verdienen :stuck_out_tongue: