Au nom du peurple français François Molins

In diesen Memoiren beschreibt der bekannteste ehemalige Staatsanwalt Frankreichs vor allem seinen beruflichen Werdegang und seine beruflichen Erfahrungen und Prinzipien. François Molins, der in Pro-zessen gegen Terroristen und anderen politischen Prozessen eine wichtige Rolle spielte, stellt sich selbst als integren Kämpfer für Gerechtigkeit und für eine von Politik und Medien unabhängige Justiz dar, die sich ausschließlich auf die korrekter Anwendung von Gesetzen konzentriert. Den Vorwurf, die Justiz sei zu politisch geprägt oder wolle mit ihren Urteilen selbst ihr nicht zustehende politische Entscheidungen treffen, weist er entschieden zurück, Auch den Vorwurf, die Justiz sei zu nachsichtig, hält er für unbe-rechtigt. Er beklagt aber eine Überlastung der Justiz durch Personalengpässe, die gestiegene Krimina-litäsrate und für die Arbeit der Justiz ineffektive politische Entscheidungen. Der Autor gibt viele interes-sante Einblicke in die Funktionsweise der Justiz. Schwächen dieser Memoiren sind vor allem etliche Weitschweifigkeiten, der oft sehr trockene Stil und die nur sehr gering ausgeprägte Selbstkritik des Autors, der sich trotz deutlich erkennbarer Differen-zierung in der Analyse der Funktion der Justiz und seiner eigenen Rolle immer wieder selber lobt. Dennoch sind diese Memoiren ein höchst interessanter Beitrag zur Diskussion über die französische Justiz.